Bitcoin im Widerstand: Warum der Kurs trotz Trumps Zoll-Hammer die $90.000 hält

21bitcoin
January 20, 2026
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Es ist das wohl kurioseste Kapitel in der Geschichte globaler Handelskriege: Donald Trump will Grönland kaufen, Dänemark sagt "Nein", und die Weltwirtschaft hält den Atem an. Als direkte Konsequenz hat der US-Präsident massive Zölle gegen europäische Staaten angekündigt. Die Märkte reagierten prompt mit Volatilität, doch eine Anlageklasse steht besonders im Fokus: Bitcoin. Entgegen erster düsterer Prognosen, die einen freien Fall sahen, klammert sich der Bitcoin-Kurs derzeit hartnäckig an die Marke von über 90.000 US-Dollar. Ein Nervenkrimi für Anleger, bei dem Politik und Geldpolitik frontal kollidieren.

Zwischen Panik und Bodenbildung

In den frühen Morgenstunden sah es kurzzeitig düster aus. Der Bitcoin rutschte, belastet durch die "Risk-off"-Stimmung an den globalen Märkten, unter die Unterstützung von 92.000 US-Dollar. Doch wer einen kompletten Kollaps auf 85.000 US-Dollar erwartet hatte, wurde (bisher) enttäuscht. Käufer traten auf den Plan und hievten den Kurs zurück in eine stabile Zone zwischen 90.500 und 92.800 US-Dollar.

Warum diese Resilienz? Zum einen ist der Bitcoin nach dem Rekordhoch von 126.000 Dollar im Oktober 2025 bereits stark korrigiert – viele "schwache Hände" sind längst aus dem Markt gespült. Zum anderen nutzen institutionelle Anleger den Dip offenbar, um Positionen aufzubauen, spekulierend darauf, dass Trumps Zölle am Ende doch nur ein Verhandlungsbluff sind. Dennoch bleibt die Lage fragil: Daten zeigen, dass über Nacht rund 100 Milliarden Dollar aus dem breiten Krypto-Markt abgezogen wurden. Der Kurs wandelt also auf einem schmalen Grat.

Trumps Ultimatum stärkt den US-Dollar

Der Mechanismus, der den Bitcoin aktuell deckelt, ist der erstarkende US-Dollar. Trumps Drohung ist konkret: Ab dem 1. Februar sollen pauschale Zölle von 10 Prozent auf Importe aus Ländern wie Deutschland gelten. Sollte es keine Einigung über den Grönland-Verkauf geben, steigen diese Strafzölle im Juni automatisch auf 25 Prozent.

Diese protektionistische Keule führt zu einer Kapitalflucht aus dem Euro hinein in den sicheren Hafen US-Dollar. Der "Greenback" notiert auf einem Jahreshoch. Da Bitcoin global primär in Dollar bepreist wird, wirkt ein starker US-Dollar wie Blei für den Krypto-Kurs. Je teurer der Dollar, desto weniger Bitcoin bekommen Anleger für ihr Geld – eine inverse Korrelation, die sich in diesen Tagen lehrbuchartig zeigt.

Dennoch ist bemerkenswert: Normalerweise würde ein derart starker US-Dollar den Bitcoin deutlich härter treffen. Dass sich der Kurs dennoch über 90.000 US-Dollar hält, deutet auf eine innere Stärke des Krypto-Assets hin, das von vielen mittlerweile auch als Absicherung gegen politische Willkür gesehen wird.

Kann Trump das wirklich tun?

Ein Aspekt, der in der reinen Kurs-Betrachtung oft untergeht, aber für die mittelfristige Entwicklung entscheidend ist, ist die rechtliche Lage. Trump beruft sich für seine Zölle auf den International Emergency Economic Powers Act (IEEPA), ein Gesetz, das eigentlich für nationale Notstände gedacht ist.

Erste Klagen sind bereits auf dem Weg zum Supreme Court. Sollte das oberste Gericht entscheiden, dass ein gescheiterter Immobilienkauf (Grönland) keinen "nationalen Notstand" darstellt, könnten die Zölle so schnell verschwinden, wie sie gekommen sind. Ein solches Urteil wäre der ultimative Treibstoff für eine Bitcoin-Rallye und würde den US-Dollar massiv schwächen. Bis dahin bleibt die Unsicherheit jedoch Gift für die Märkte.

Die Reaktionen aus Europa sind indes trotzig. Während Frankreichs Präsident Macron die Zölle als "inakzeptabel" zurückwies, betonte die dänische Ministerpräsidentin Frederiksen, Europa lasse sich nicht erpressen. Diese verhärteten Fronten deuten darauf hin, dass der Konflikt – und damit die Volatilität beim Bitcoin – uns noch weit ins Jahr 2026 begleiten wird.

90.000 Dollar als "Line in the Sand"

Für Bitcoin-Trader ist die Lage klar: Die Zone um 90.000 US-Dollar muss halten. Fällt diese Bastion, könnten die Bären doch noch das Ruder übernehmen und den Kurs Richtung 80.000 drücken. Hält sie jedoch stand, könnte dies das Fundament für den nächsten Angriff auf die 100.000-Dollar-Marke sein, sobald sich der erste Rauch um Trumps Zölle verzogen hat.

Der Markt spielt aktuell ein "Hase und Igel"-Spiel mit dem Weißen Haus. Jeder Tweet von Trump, jede Gegenmaßnahme der EU beeinflusst den Kurs in Echtzeit. Wer jetzt investiert, braucht starke Nerven – aber die Geschichte hat gezeigt, dass Bitcoin oft genau dann am stärksten ist, wenn alle anderen Panik schieben.

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*Hinweis: Vergangene Preisentwicklungen sind kein Indikator für zukünftige Entwicklungen. *Marketingmitteilung, FIOR Digital GmbH*

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