Was wollte BIP 110 verändern?
BIP 110 wollte die Speicherung nicht-finanzieller Daten auf der Bitcoin-Blockchain begrenzen. Dazu zählen beispielsweise Bilder, Texte und andere Inhalte, die über Inscriptions oder vergleichbare Verfahren in Transaktionen eingebettet werden.
Unter anderem waren folgende Einschränkungen vorgesehen:
- neue Outputs grundsätzlich auf 34 Byte begrenzen
OP_RETURNauf 83 Byte beschränken- Datenelemente im Witness auf maximal 256 Byte begrenzen
- bestimmte Taproot-Anwendungen vorübergehend einschränken
Die Regeln sollten nur für einen begrenzten Zeitraum gelten. Befürworter wollten damit die Nutzung der Blockchain für Zahlungen priorisieren. Kritiker sahen darin dagegen einen problematischen Eingriff in die Neutralität des Netzwerks.
Wie werden Änderungen bei Bitcoin eingebracht und beschlossen?
Technische Änderungsvorschläge werden bei Bitcoin häufig als „Bitcoin Improvement Proposal“ (BIP) dokumentiert und öffentlich diskutiert. Ein BIP allein verändert das Netzwerk jedoch nicht. Damit neue Regeln wirksam werden, müssen sie von relevanten Netzwerkteilnehmern – etwa Entwicklern, Node-Betreibern, Minern, Wallets, Börsen und Nutzern – freiwillig übernommen werden.
Eine formelle Abstimmung wie in einem Unternehmen gibt es dabei nicht. Signale von Minern können Unterstützung sichtbar machen, entscheidend ist jedoch, welche Regeln die Teilnehmer tatsächlich ausführen und welche Blockchain wirtschaftlich akzeptiert wird.
Was ist bei BIP 110 passiert?
Bei BIP 110 begann die entsprechende Software ab Block 961.632 damit, Blöcke ohne das vorgesehene Signal abzulehnen. Da nur ein sehr kleiner Teil der Rechenleistung diese Regeln unterstützte, trennte sich eine Minderheitskette vom regulären Bitcoin-Netzwerk.
Während die dominante Bitcoin-Blockchain normal weiterlief, brachte die BIP-110-Kette innerhalb von rund 15 Stunden lediglich zwei Blöcke hervor. Damit konnte sie sich weder technisch noch wirtschaftlich als relevante Alternative etablieren.
Für Kunden von 21bitcoin bedeutet das vor allem: Das reguläre Bitcoin-Netzwerk läuft unverändert weiter. Bitcoin-Guthaben, Käufe und Sparpläne sind durch das Scheitern von BIP 110 grundsätzlich nicht betroffen.
Warum gilt BIP 110 als gescheitert?
BIP 110 benötigte breite Unterstützung durch Miner und andere Netzwerkteilnehmer. Diese blieb aus. Laut den vorliegenden Daten signalisierten lediglich rund 2,53 Prozent der Miner Unterstützung – deutlich weniger als die angestrebten 55 Prozent.
Die Folge war keine Änderung des dominanten Bitcoin-Netzwerks. Stattdessen isolierten sich Nodes, die BIP 110 erzwangen, auf einer eigenen Kette. Dieser Minderheitskette fehlten Rechenleistung, wirtschaftliche Infrastruktur und die Unterstützung großer Handelsplätze.
„Gescheitert“ bedeutet daher: BIP 110 konnte seine Regeln nicht für das wirtschaftlich relevante Bitcoin-Netzwerk durchsetzen.
Technisch ist die Bezeichnung etwas verkürzt: Die offizielle Spezifikation sieht keinen gewöhnlichen „FAILED“-Endzustand vor. Politisch und wirtschaftlich ist der Aktivierungsversuch dennoch klar gescheitert.
Was bedeutet das für Kunden von 21bitcoin?
Bitcoin-Guthaben bleiben unverändert
Bitcoin auf der regulären Blockchain bleiben unverändert. Weder die maximale Menge von 21 Millionen Bitcoin noch die Eigentumsverhältnisse auf der dominanten Kette wurden durch BIP 110 verändert.
Für Kunden von 21bitcoin entstehen deshalb keine zusätzlichen Schritte. Die in der App ausgewiesenen Bitcoin bleiben Bitcoin auf dem wirtschaftlich relevanten Netzwerk.
Käufe und Sparpläne sind nicht betroffen
Bitcoin-Käufe, Verkäufe und Sparpläne sind durch das Scheitern von BIP 110 grundsätzlich nicht betroffen. Die Preisbildung orientiert sich weiterhin an dem Bitcoin, das von Börsen, Verwahrern, Wallets und der überwiegenden Mehrheit des Netzwerks unterstützt wird.
Die BIP-110-Kette besitzt dagegen keine relevante Marktinfrastruktur und wird von großen Handelsplätzen nicht als eigenständiger Vermögenswert geführt.
Kein Handlungsbedarf bei Ein- und Auszahlungen
Auch für reguläre Bitcoin-Einzahlungen und -Auszahlungen besteht kein besonderer Handlungsbedarf. Entscheidend ist, dass Transaktionen über die dominante Bitcoin-Blockchain abgewickelt werden.
Kunden müssen ihre Bitcoin wegen BIP 110 weder verkaufen noch vorsorglich verschieben oder Einstellungen in der 21bitcoin App ändern.
Was ist mit Coins auf der Minderheitskette?
Bei einer Abspaltung können bestehende Guthaben technisch auf beiden Ketten sichtbar sein. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Minderheitskette wirtschaftlich relevant ist oder von Wallets, Börsen und Verwahrungsanbietern unterstützt wird.
Im Fall von BIP 110 kommt hinzu, dass die Minderheitskette praktisch stillsteht und keine relevante Handelsinfrastruktur besitzt. Weil zudem kein Replay-Schutz vorgesehen ist, könnte der Versuch, Coins auf dieser Kette zu bewegen, unbeabsichtigte Folgen für reguläre Bitcoin-Transaktionen haben.
Nutzer sollten deshalb keine unbekannten „Coin-Splitting“-Tools einsetzen und ihre Seed-Phrase niemals auf einer Webseite eingeben.
Was zeigt das Scheitern über Bitcoin?
Das Scheitern von BIP 110 zeigt, dass eine kleine Gruppe die Regeln von Bitcoin nicht einfach gegen den Willen des restlichen Netzwerks verändern kann. Ein technischer Vorschlag allein reicht nicht aus. Damit eine Änderung wirtschaftlich relevant wird, braucht sie breite Unterstützung von Nodes, Minern, Wallets, Börsen, Verwahrern und Nutzer.
Die Debatte über nicht-finanzielle Daten auf der Blockchain ist damit nicht beendet. Für das reguläre Bitcoin-Netzwerk und seine Nutzer hat sich durch BIP 110 jedoch zunächst nichts Grundlegendes verändert.
Fazit
BIP 110 hat sich nicht im wirtschaftlich relevanten Bitcoin-Netzwerk durchgesetzt. Die entstandene Minderheitskette verfügt nur über einen sehr kleinen Anteil der Rechenleistung und spielt im Markt praktisch keine Rolle.
21bitcoin unterstützt ausschließlich die wirtschaftlich relevanten Bitcoin-Main-Chain und nicht die BIP-110-Minderheitskette. Für Kunden gilt daher: Bitcoin-Guthaben sowie Käufe, Verkäufe, Sparpläne und reguläre Transaktionen bleiben grundsätzlich unberührt. Es besteht kein Handlungsbedarf.
Hinweis: Marketingmitteilung der FIOR Digital GmbH (21bitcoin). Investitionen in Bitcoin sind mit Risiken und Chancen verbunden. Vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für zukünftige Entwicklungen. Dieser Artikel ist keine Rechts- oder Anlageberatung.

