Ein Gastbeitrag von Dr. Ayhan Celebi. Ayhan ist Co-Founder von SEEDOR und betreut mit Schwarzberg HNWI, Family Offices und Unternehmen bei der sicheren Eigenverwahrung von Bitcoin.
Am 26. Januar 2026 erreichte der Preis für eine Unze Silber am Spotmarkt in Shanghai 130 USD. Zeitgleich lag der COMEX Papierpreis für Silber bei 104 USD pro Unze. Damit wurde physisches Silber in China mit einem Aufschlag von 25 % gegenüber dem US-Terminmarkt gehandelt.
Das Ereignis zeigt, dass Papierprodukte ein Versprechen sind – ein Versprechen, das im Zweifel nicht eingehalten werden kann.
Mit Bitcoin existiert erstmals ein Asset, das wie Edelmetalle eine Mengenbegrenzung besitzt und durch Proof-of-Work an reale Kosten gebunden ist, gleichzeitig aber gut transportierbar bleibt.
Alles, was man heute benötigt, um seine Bitcoin sicher zu verwahren, ist ein Hardware-Wallet, im besten Fall open-source, und ein wenig Muskelkraft, um seine 12 Wörter in Edelstahl zu verewigen.
Trotzdem haben wir letztes Jahr eine massive Bewegung von Bitcoin in Eigenverwahrung hin zu zentralisierten Institutionen erlebt.
Allein MicroStrategy und der BlackRock Bitcoin ETF IBIT haben in kurzer Zeit rund 1,5 Millionen Bitcoin akkumuliert. Parallel entstehen immer neue Anreize, Bitcoin aus der eigenen Kontrolle zu geben, etwa durch Kreditmodelle, bei denen Bitcoin als Sicherheit hinterlegt wird.
Diese Entwicklung ist nicht neutral. Je stärker Bitcoin zentralisiert verwahrt wird, desto größer wird der Einfluss einzelner Akteure auf Liquidität, Preisbildung und Marktstruktur. Genau jene Verzerrungen, die wir aus den Papiermärkten für Edelmetalle kennen, drohen sich zu wiederholen.
Wer seine Bitcoin in Eigenverwahrung hält und sie nicht als Liquidität für Finanzintermediäre bereitstellt, entzieht dem Markt ein Stück Manipulationspotenzial. Das allein wäre bereits ein guter Grund für Self-Custody.
Doch der entscheidendere Punkt, warum es wichtiger denn je ist, Bitcoin in Eigenverwahrung zu halten, liegt tiefer:
Bitcoin ist das einzige Asset, das zwei Eigenschaften gleichzeitig vereint: Verwahrung ohne Drittparteirisiko und positionsgrößenunabhängige Mobilität.
Historisch betrachtet war genau diese Kombination in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Umbrüche von unschätzbarem Wert. Wenn Systeme unter Druck gerieten, wurden Eigentumsrechte neu definiert, Konten eingefroren, Immobilien belastet oder enteignet. Vermögen bei zentralen Verwahrstellen war besonders angreifbar, unbewegliche Assets oft wertlos.
Menschen, die ihr Vermögen in politisch unabhängigen, harten Assets außerhalb fremder Kontrolle hielten, gingen aus solchen Phasen häufig gestärkt hervor.
Der aktuelle Anstieg des Goldpreises, die Situation am japanischen Anleihemarkt, ein zunehmend fragiler US-Dollar und die exponentiell wachsende globale Verschuldung sind keine isolierten Phänomene. Sie sind Spannungsanzeiger eines Systems, das an seine Grenzen stößt.
In einem solchen Umfeld verändert sich auch die Wahrnehmung von Bitcoin: weg von einer reinen „Number-Go-Up“-Erzählung, hin zu einem Werkzeug zur Sicherung von Vermögensautonomie.
Diese Eigenschaft ist jedoch nicht automatisch gegeben. Sie existiert nur dann, wenn Bitcoin tatsächlich selbst verwahrt wird. Sobald Drittparteien die Kontrolle übernehmen, wird aus Souveränität erneut ein Versprechen.
Nur Self-Custody erhält die volle Funktion von Bitcoin als individuelles Schutzinstrument.
In der praktischen Arbeit mit vermögenden Personen erlebe ich zunehmend, dass Bitcoin weniger wegen kurzfristiger Aussicht auf Wertsteigerung gehalten wird, sondern als Absicherung gegen systemische Risiken und zur Wahrung der Vermögensautonomie.
Wir haben die Chance, und wir sollten sie nutzen. Jeder Bitcoin, der in Eigenverwahrung gehalten wird, macht das Individuum ein Stück weit autonomer und trägt dazu bei, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Get your Bitcoin off exchanges!
*Hinweis: Vergangene Preisentwicklungen sind kein Indikator für zukünftige Entwicklungen. *Marketingmitteilung, FIOR Digital GmbH*



